Informationen zur Ausstellung

"Mädchenland"

Foto-Serie von Karolin Klüppel

   
                 
   

 

   
                 
   
Die Ausstellung „Mädchenland“ bedient Pädophilie!
 
Auf unverantwortliche Weise werden in der Fotoserie Mädchenland“ Kinder benutzt - angeblich um „Natürlichkeit“, „Selbstbewusstsein“ und „Matriarchat“ zum Ausdruck zu bringen. 
 
Doch: 
Dafür werden Mädchen in ihnen völlig fremden Posen dargestellt.
Dafür sollten sie schauen, wie sie in Wirklichkeit nicht schauen.
Dafür wurde ihnen beim Shooting das Lächeln verboten.
Dafür wurden ihnen Frauenkleider angezogen und Lippenstift aufgetragen.
Dafür wurden Röckchen hochgerutscht oder halb heruntergezogen.
Dafür wurden Schleier benutzt oder Nacktheit drapiert. 
Dafür sprechen Texte über Heirat und Mädchenpower. 
Dafür wird ein Mutterland umbenannt in „Mädchenland“.
Dafür wird so getan, als hätten die kleinen Mädchen dort das Sagen.
 
     
           
   
Zum Beispiel:
Ein kleines Mädchen liegt auf dem Bett. Es schaut, ohne zu lächeln, in die Kamera. Ihr kleines Röckchen ist hoch gerutscht. Es liegt so, wie Männer gern Frauen und kleine Mädchen posieren lassen.

Und  im Text wird auch tatsächlich auf den Mann hingelenkt: Heirat: „Wenn sie heiratet, nimmt sie ihren Ehemann in ihr Haus auf.“

Der Betrachter kann also sogar schon das Bett sehen, wo das Mädchen den Mann empfangen wird…
   
         
   
Ein anderes Bild, traumhaft…orientalisch: Zwei Mädchen auf einem großen Bett hinter Schleiern, die eine führt die Hand zum Vorhang... eine fast einladend anmutenden Geste.

Der Titel des Bildes: „Nebada and Eva. Mädchenland. Kingdomofgirls.“ Mann könnte gleich hingehen. Sie scheinen schon zu warten…

 

 

     
         
         
   
Auf anderen Bildern liegen kleine Mädchen ungeschützt da, den Blicken ausgeliefert. Sie lächeln nicht. Das Lächeln wurde ihnen untersagt bei den Aufnahmen. Meist wirken ihre Gesichter fragend, verstört, wie das des kleinen Mädchens auf ihrem Bett  („Lachubon in her bedroom“).
   
         
         
     

Doch das Bild, das am deutlichsten spricht, ist das des Mädchens hinter dem Fenster, „Ibapyntngen in the cottage. Mädchenland.

 Kingdomofgirls“:  Künstlich-erotische Pose bis ins kleinste Detail – das Röcken fast bis zur Nacktheit herunter gerutscht.

 

 

   
             
             
         
            
   
Lauter Lolitas im Mädchenland ?
Pädophilen Phantasien werden keine Grenzen gesetzt –
im Gegenteil: ihnen werden Tür und Tor geöffnet:
Türen zu völlig arglosen Menschen und ihren Kindern.
 
„Ich wollte sie so natürlich wie möglich fotografieren und ganz bestimmt nicht in die Kamera lächeln lassen…Ich war so beeindruckt von ihrer selbstbewussten Erscheinung und dachte, dass so am besten das Matriarchale sichtbar wird“, wird in einem Interview erklärt.
   
         
   
Doch was hier tatsächlich passiert, ist eine erotische Übertragung auf ein ganzes Volk und seine kleinen Mädchen. Von „natürlich“ kann in den Bildern nicht die Rede sein. Hier wird ein sexueller und pädophiler Blick auf unbefangene Kinder geworfen. Da reicht die Phantasie des ganzen Khasi-Volkes nicht aus, um das Ausmaß und die Folgen dieses Missbrauchs ihres Vertrauens zu erahnen.
 
 
Mütter im Meghalaya, sorgt Euch um Euch und Eure Kinder:
Sogar Namen und Adresse sind angegeben!
 
Die Bilder in „Mädchenland“ sind geradezu eine Aufforderung für Pädophile, die Koffer zu packen und in das „Reich der kleinen Mädchen“ zu reisen.
 
 
Wie können die Kinder geschützt werden?
Wir, die wir seit Jahrzehnten in Matriarchaten unterwegs sind und mit vielen Menschen dort befreundet, wissen aus Erfahrung, welche Auswirkungen solche Publikationen haben:
Natürliche, selbstbewusste, „machtvolle“ freie Frauen und Mädchen reizen patriarchal-sexuelle Phantasien!!!
 
 
Das genau bewirken solche Fotos:
Sie bedienen eine Übertragung von (pädophiler) Sexualität unserer patriarchalen Kultur auf matriarchale Völker!
Die matriarchalen Mosuo haben schon Erfahrungen damit gemacht, dort hat es den Sextourismus ausgelöst. Und im Playboy vom Mai 2014 wurde gleich ihr ganzes Volk durch das patriarchal-sexualisierte Begehren auf übelste Weise diffamiert.
 
 
Wir sind empört und besorgt, wir können es nicht fassen, dass solche Bilder, und obendrein im Zusammenhang mit lebenden Matriarchaten, ausgestellt werden. 
 
MatriaVal-Verein e.V.
zur Unterstützung matriarchaler Gesellschaften und Vermittlung matriarchaler Werte  gegründet 2006
 
Alle Fotos der Ausstellung findet ihr hier:
 
   
                 
                 
   
Antwort von terre des femmes auf die Protestbriefe
 
Vielen Dank für Ihre E-Mail und Ihre Kritik.
 
Es freut mich, dass Sie als interessierte und engagierte Frau unsere Arbeit kritisch betrachten und Einspruch erheben, wenn Ihnen etwas nicht richtig erscheint. Auf Kritik - gerade auch von Frauen und Organisationen, die für die gleiche Sache kämpfen - sind wir angewiesen... auch wenn ich Ihre Kritik in diesem konkreten Fall nicht teile.
 
Die Beweggründe dafür habe ich dem Vorstand des Vereins MatriaVal e.V., welcher den Protest initiiert hat, ebenfalls bereits mitgeteilt. Gerne lege ich aber auch hier nochmal dar, warum terre des femmes daran festhalten wird, die Ausstellung "Mädchenland" im Rahmen des Filmfests FrauenWelten zu zeigen:
 
Der Vorstand von MatriaVal erhebt den Vorwurf, dass die Ausstellung pädo-phile Vorstellungen bedient. Diesen Vorwurf sehen wir als nicht gerechtfertigt an. Die Abbildung eines nackten Kindes ist nicht per se kinderpornografisch. Natürlich kann es für einen pädophilen Betrachter als erotisch wahrgenommen werden, aber nicht mehr als hunderttausend anderer Fotos aus belang-losen Zusammenhägen, die ganz normal im Verkauf, in den Medien im Um-lauf sind. Pädophilie kann sich an allen möglichen unschuldigen Bildern er-regen - um das zu verhindern, müsste man Fotografien von Minderjährigen generell verbieten, aber nicht eine einzige Ausstellung. Diese Einschätzung ist nicht nur meine, sondern teilte uns eine Polizistin mit, die wir gebeten hatten, die Ausstellung auf das Kriterium hin zu untersuchen.
 
Dass die Fotos gestellt und nachbearbeitet sind und insofern nicht natürlich - damit hat MatriaVal sicherlich recht. Bei Karolin Klüppel, der Fotografin, handelt es sich allerdings um eine professionelle Fotografin und Künstlerin, die für die Ausstellung mehrere Preise bekommen hat. Mit ihr stehen wir in
persönlichem Kontakt und sie hat uns versichert, dass sie den Mädchen keine "Röcke hochgezogen hat" und sie auch nicht gezwungen hat zu lächeln. In den neun Monaten, in denen sie bei den Familien gelebt hat, hatte sie die Möglichkeit, die Mädchen gut kennenzulernen - viele der Bilder sind insofern nicht gestellt, sondern höchstens nachinszeniert, ohne das die Fotografin eingegriffen hat. Leider hat sich der Vorstand von MatriaVal nicht dazu geäußert, wieso sie davon ausgehen oder wer behauptet hat, dass auf die Mädchen Druck ausgeübt wurde.
 
Karolin Klüppel hat uns ebenfalls mitgeteilt, dass sie es sehr bedauert, dass die Berichterstattung häufig kein adäquates Bild zeichnet. Dies zu korrigieren liegt allerdings nicht in ihrer Verantwortung. Ihr ging es vor allem darum, einem breiten Publikum eine fremde Kultur ein wenig näher zu bringen.
 
Für mich ist leider nicht verständlich, warum sich der Vorstand von MatriaVal nie direkt an die Künstlerin gewandt hat und mit ihr Rücksprache gehalten hat, wie die Bilder zustande kamen. Auch der Zeitpunkt der Kritik wundert mich - die Ausstellung ist immerhin bereits zwei Jahre im Umlauf.
 
Da wir Ihre Kritik trotzdem ernst nehmen, denken wir darüber nach, einige wenige Bilder in Absprache mit der Künstlerin nicht zu zeigen. Ich hoffe, dass wir Ihnen so entgegenkommen können.
 
Ich hoffe, dass ich Ihnen verständlich machen konnte, warum wir an der Ausstellung festhalten werden.
 
Mit freundlichen Grüßen
Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin
   
                 
                 
   
Wider besseren Wissens zeigt
terre des femmes diese Ausstellung
 
Eine Reaktion darauf sind Austritte sowie Einstellung von Spenden.
Auch die Proteste reißen nicht ab, viele schicken uns Kopien ihrer
Schreiben.
 
Sehr geehrte Frau Stolle,
 
leider muss ich Ihnen auf Ihr Schreiben nochmals antworten. Ich bin nicht Mitglied des Vereins MatriaVal e.V.. Die Informationen bekam ich von einem Vereinsmitglied. 

Ohne Kommentar habe ich die Fotos einer Bekannten gezeigt und sie nach ihrer Meinung gefragt. Ihr erster spontaner Kommentar war, sie würde Kinder nie in einer so lasziven Situation fotografieren und für öffentliche Zwecke verwenden (sie ist Hobbyfotografin). Als ich ihr die Hintergründe nannte, war sie sehr empört.
 
Darf ich fragen, ob Sie die Spendengelder für das Engagement solcher Fotografen ausgeben?
 
Die Fotokünstlerin mag zwar Auszeichnungen für ihre Fotokunst bekommen haben (die Fotos sind aus künstlerischer Sicht sicher gut gemacht), aber ihr fehlt jegliches Gespür, welche Auswirkungen ihre Kunst für diese Mädchen haben können. Haben Sie die Mädchen und ihr Volk darüber informiert welche Auswirkung eine Darstellung im Internet und einer solchen Ausstellung für sie haben kann? Haben die Kinder im Beisein von unabhängigen Beratern ihr Einverständnis gegeben? Wurden die Kinder als Fotomodelle bezahlt? Eventuell mit Spendengeldern?
 
Meine Kritik gilt nicht alleine der Fotografin, sondern auch der Personen, die für die Ausstellung diese Foto-Wahl getroffen haben. Mit dieser Ausstellung verletzen Sie die Würde dieser Mädchen.

Ich bin generell gegen die Einmischung der Zivilisation in ein ursprüngliches Volk. Diese Matriachate hatten bis jetzt auch ohne uns ihr Auskommen. Auch wenn ihnen vielleicht nicht der fragwürdige Luxus unserer Zeit zur Verfügung steht.
 
Wir sollten uns in unseren Voyeurismus zügeln, Interesse für andere Kulturen zeigen, aber sie nicht vorführen. Sollte es einen feministischen Hintergrund geben, um z.B.  friedliche Macht-strukturen von Frauen zu zeigen, so ist das Thema mit diesen Fotos verfehlt. 

Ich darf den Namen meiner Bekannten mit ihrem Einverständnis nennen: Maria-Anna Spiegel, München.

Entschuldigen Sie bitte meinen polemischen Ausbruch. Bedauerlicherweise erhalten Sie jetzt auf Grund dieser Reaktionen wahrscheinlich auch noch vermehrten Zulauf, weil es die Aufmerksamkeit des Projekts steigert. Ich hoffe es sind nicht die „falschen“ Besucher.  

Mit freundlichen Grüßen
Erika Stadler, Muenchen
   
                 
   

Impressum:
MatriaVal e.V., Uschi Madeisky, Im Klingenfeld 35, 60135 Frankfurt, madeisky (at) tomult.de